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Samstag, 17. Oktober 2026

Weiler, Jan "Munk"

Weiler, Jan "Munk" [Munk] - 2024

Ich bin ja ein großer Jan Weiler-Fan und habe bisher alle seine Bücher genossen. Nach dem Markisenmann war ich schon sehr gespannt auf sein nächstes Buch.

Nun, was soll ich sagen. Der Markisenmann hat mir zwar besser gefallen, aber Jan Weiler ist nun mal einfach hervorragend. 

Ich konnte allerdings mit Peter Munk als Typen nicht viel anfangen. Kein Wunder, dass er es nicht geschafft hat, nicht mal eine von den vielen Frauen (Judith, Nicole, Ana, Maja, Heike, Andrea, Claudia, Anja, Harper, Penelope, Karin, Fanny, Nadja) zu halten. Aber beschrieben wurde er hervorragend

Wir hatten allerdings ein sehr interessantes Treffen. Es gab niemandem, der das Buch nicht mochte. Und es fielen viele Bemerkungen sowohl zur Hauptperson als auch zu den Frauen. Und zum Vater, der unserer Ansicht nach viel zu den Problemen Munks beigetragen hat.

Auch fanden wir es interessant, dass Munk bei den Personen, die ihn am meisten beeinflusst haben, zuerst an die vielen Freundinnen gedacht hat, nicht aber an seinen Vater.

Aber im Großen und Ganzen, ein tolles Buch von einem hervorragenden Schriftsteller, von dem wir immer gerne wieder lesen werden.

Dieses Buch stand schon lange auf der Wunschliste unseres deutschen Lesekreises, aber wir mussten erst warten, bis es als Taschenbuch erschien. Im August 2026 haben wir es endlich auf unsere Leseliste gesetzt.

Wir haben dies im September 2026 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbschreibung:

"Erfolgreich und allein – so steht der Architekt Peter Munk mit 51 Jahren da. Beziehungsweise liegt da, mit einem Herzinfarkt auf der Rolltreppe in der dritten Etage eines Kaufhauses. Er überlebt, doch es gibt niemanden, den er vom Krankenhaus aus benachrichtigen möchte. In der Rehaklinik trägt sein Therapeut ihm auf, in seiner Selbsterforschung bei den Menschen zu beginnen, die ihn zu dem Mann gemacht haben, der er ist. Und so blickt Peter Munk erstmals auf die dreizehn Frauen seines Lebens und auf die Lektion, die er von jeder einzelnen gelernt hat. Mit überraschendem Ausgang."

Mittwoch, 28. Januar 2026

Weiler, Jan "Das Beste"

Weiler, Jan "Das Beste. Mein Leben zwischen Pubertieren" [The Best. My Life Between Puberty Animals] - 2025

Nach "Älternzeit" ist das nun das siebte Pubertier-Buch. Schade, dass die Kinder jetzt erwachsen sind, denn ich glaube kaum, dass Jan Weiler noch ein weiteres Buch darüber schreiben wird. Aber er findet bestimmt auch nocht andere lustige Themen.

Auch wenn einige dieser Stücke schon einmal veröffentlicht wurden, es lohnt sich, sie alle noch einmal zu lesen. Und die neuen sind natürlich genauso lustig und fantastisch wie die alten. 

Buchbeschreibung:

"Die ersten Warnzeichen der Pubertät sind kaum wahrnehmbar und noch leicht zu übersehen. Fast unbemerkt wird der Nachwuchs zunächst muffelig und maulfaul, dann aufmüpfig und liebeskrank. Doch bald ist die Verwandlung zum Pubertier perfekt und es kommt zu glanzvollen Auftritten bei Partys und Popkonzerten, aber auch auf dem heimischen Sofa, von dem sie nicht mehr wegzudenken sind. Doch in dem Moment, wo man glaubt, den Anblick der Pickelcreme im Bad und die Diskussionen über mangelnde Wokeness im Griff zu haben, ziehen die Pubertiere einfach aus und machen die Eltern damit von einem auf den anderen Tag zu Ältern. Und was nu?

In den besten Texten der Pubertier-Ära spannt Jan Weiler einen weiten Bogen und erzählt von Besuchen im Pubertier-Labor, dem Leben zwischen Teenagern und der leisen Verzweiflung ratloser Eltern."

Freitag, 21. Juni 2024

Weiler, Jan "Das Buch der 39 Kostbarkeiten"

Weiler, Jan "Das Buch der 39 Kostbarkeiten" [The Book of 39 Precious Things] - 2011

Wer Jan Weiler und seine Bücher kennt, muss ihn einfach mögen. Ob er von seiner angeheirateten Familie oder seinen Kindern, den Pubertieren, erzählt, einen beschäftigten Kommissar beschreibt oder durch unser Land reist, alles ist interessant, lustig, und zuweilen auch nachdenklich.

Dieses Buch bietet eine enorme Ansammlung seines Könnens. Kurzgeschichten, Reportagen, Auszüge aus seinen Büchern, jede einzelne Geschichte ist einfach faszinierend. Ich habe mich insbesondere über das letzte Interview mit Vico von Bülow gefreut, aber auch die Frage, warum Männer verwahrlosen, wenn man sie allein lässt, die Krise auf dem Weg nach Goslar und Europa aus dem Kopf, waren total köstlich. Aus der ein oder anderen Kurzgeschichte könnte man eigentlich auch ein gutes Buch machen.

Auf jeden Fall ein Muss für jeden Weiler-Fan.

Buchbeschreibung:

"Die schönsten Kolumnen, Erzählungen und Gedichte der letzten 20 Jahre.

Ein nerviger Patient im Kleinkrieg mit einer hartgesottenen Sprechstundenhilfe, ein eskalierender Ehestreit im Auto auf der Fahrt zur Schwiegermutter, der Leidensbericht eines Nichtschwimmers.

Dieser Band verfsammelt die besten Texte aus zwanzig Jahren. Lustiges steht neben Wissenswertem, Popkulturelles neben Absurdem, Journalistsiches neben Persönlichem.

Erstmals das ganze Spektrum des Autors Jan Weiler sichtbar."

Freitag, 16. Februar 2024

Weiler, Jan "Älternzeit"

Weiler, Jan "Älternzeit" [Eldertime] - 2023

Dies ist das siebte Buch in der Pubertier-Reihe (eines war 0,5) und - obwohl beide Pubertiere längst erwachsen sind - ist dies genauso unterhaltsam wie die ersten. Nein, man ist kein Taxi und kein Restaurant mehr für die Jüngsten, aber sie liegen einem trotzdem noch sehr am Herzen. Meine wohnen weit weg und sind ausgesprochen selbständig, so dass ich viele der Erzählungen nicht so nachvollziehen kann. Aber sie fehlen mir genauso wie Jan Weiler die seinen.

Ja, und vieles ist auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sehen. Und manches ist eben auch besser, dass es in die Vergangenheit gehört. Rolf Zuckowski (lt. Jan Weiler) oder Benjamin Blümchen (in unserer Familie). Auf die kann man verzichten.

Und nach Besuchen von kleinen Großneffen und -nichten kann ich nur meiner angeheirateten Tante zustimmen, die immer sagte: Es ist schon gut, dass man die Kinder hat, wenn man jung ist. Alles zu seiner Zeit.

Buchbeschreibung:

"Aus der Älternzeit gibt es keine Rückkehr

Wenn Fahrdienste und regelmäßige Fütterungen nicht mehr erforderlich sind, bricht für die Ältern ein neues Zeitalter an. Nun fordern die Spätpubertiere aus dem Urlaub in Kroatien größere Geldbeträge an. Sie konfrontieren die Ältern mit deren unfreshen Weltsichten und verbieten ihnen den Gebrauch von Alufolie, längere Autofahrten sowie das Tragen von schicken Hemden. Sie rufen niemals auf dem Festnetz an und schalten die blauen Häkchen bei WhatsApp aus. So beginnt sie - die Älternzeit. Man muss es mit Humor nehmen!"

Samstag, 21. Oktober 2023

Weiler, Jan "Der Markisenmann"

Weiler, Jan "Der Markisenmann" [The Awning Man] - 2022

Ach, Jan Weiler. Ich liebe seine Geschichten über seinen italienischen Schwiegervater, seine Pubertiere, einfach alles, was er geschrieben hat.

Und so konnte er mich auch nicht mit seinem neuesten Werk enttäuschen. Eine Vater-Tochter-Geschichte, die es in sich hat. Wir blicken hier in eine nicht alltägliche Familie. Die meisten Töchter kennen ihren Vater von Geburt an. Bei Kim ist das anders. Sie ist fünfzehn und hat nur eine geringe Ahnung, wie er wohl aussehen kann.

Als sie dann die ganzen Sommerferien bei ihm verbringen muss, lernen sich die beiden kennen. Langsam aber sicher.

Ein sagenhaft interessantes Buch, das nicht nur die Geschichte dieser Familie beleuchtet sondern auch noch ein Blick in die BRD-DDR-Vergangenheit wirft. Wir lernen Menschen kennen, die am Rande der Gesellschaft stehen und vielleicht gerade deshalb total liebenswert sind.

Ein Buch, das ein sehr positives Gefühl hinterlässt. Danke, Jan Weiler.

Buchbeschreibung:

"Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. 

Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden."

Samstag, 10. Juni 2023

Weiler, Jan "In meinem kleinen Land"

Weiler, Jan "In meinem kleinen Land" [In My Little Country] - 2006

Vorwort:

"Erst seit es Navigationssysteme gibt, ist Voerde überhaupt auffindbar. Man muss gefühlte sechzehnmal die Autobahn wechseln. Und das auf einer Strecke von vielleicht vierzig Kilometern. Noch vor wenigen Jahren führte dies unweigerlich zu ausführlichen Orientierungsfahrten durch das westliche Ruhrgebiet ...

Die Stadt Voerde ist ein aus mehreren Gemeinden zusammengebastelter, nicht unbedingt trostloser, allerdings ebenso wenig tröstlicher Ort, bei dessen Ausgestaltung viel Wert auf die Verwendung von Waschbeton gelegt wurde. Solche Gemeinden gibt es zu Tausenden in unserem kleinen Land. Voerde ist so wenig besonders, dass man es leicht vergessen kann. Und dann gibt es hier aber doch etwas ganz Besonderes.

Jan Weiler machte sich auf, um sein Land und die Menschen darin kennenzulernen – von oben nach unten, von rechts nach links hat er es sich angeschaut. Seine zufälligen Erlebnisse und Begegnungen hielt er fest, in einem amüsanten und ganz persönlichen Reisetagebuch.
"

Jan Weilers kleines Land ist auch mein Land. Und das Vorwort zu seinem Reisebericht stimmt uns schon gut in die Geschichte ein.

Im Jahr 2006 geht Jan Weiler auf Reise. Er hat gerade "Antonio im Wunderland" geschrieben, das Buch über seinen italienischen Schwiegervater. Und seine Leser sind gespannt auf die Fortsetzung von "Maria, ihm schmeckt's nicht". Ich habe auch schon öfter an Vorlesungen teilgenommen (allerdings, leider, leider, noch an keiner von Jan Weiler) und fand daher den Blick hinter die Kulissen höchst interessant.

Zu Beginn habe ich mich ein wenig geärgert, dass es kein Inhaltsverzeichnis gibt. Aber das liegt daran, dass ich - total unüblich - einfach über die Landkarte am Anfang des  Buches hingweggeblättert habe, wohl mit dem Gedanken, Deutschland kenne ich ja. Aber, was ich übersehen hatte, die Karte vermerkt nicht nur all die Orte, die der Autor auf dieser Lesereise besucht hat, sondern markiert zu jedem Ort auch die Seitenzahl, auf der er darüber berichtet.

Ich kenne viele Städte in Deutschland und war deshalb besonders neugierig, was Jan Weiler wohl zu den Orten (und den Menschen darin) sagt. Und obwohl man sicher nicht von einem Abend mit ein paar Lesebegeisterten auf ganze Orte schließen kann, musste ich doch ab und zu sehr schmunzeln, er traf oft den Nagel total auf dem Kopf.

So kenne ich etliche Örtchen wie den eingangs beschriebenen, die man nur durch häufiges Nachfragen überhaupt erreichen kann. Adressen sind allerdings auch heute noch nicht immer einwandfrei zu finden, auch mit Navi.

Der Weilersche Humor ist auch in diesem Buch nicht zu übersehen, und viele kleine Anekdoten machen auf die Städte aufmerksam, die man noch nicht gesehen hat.

Danke, Jan Weiler, für eine unterhaltsame Leserunde. Ich freue mich schon auf unsere nächste Begegnung.

Buchbeschreibung:

"Neun Monate Deutschland

Tage, Wochen, Monate verbrachte Jan Weiler damit, seine Heimat zu erkunden: Von Wyk auf Föhr über Borgholzhausen, wo die Züge bremsen, indem sie einer Kuh gegen das pralle Euter fahren, bis nach Passau, der größten Kleinstadt, reist er in alle Ecken Deutschlands. Liebevoll und nachdenklich hat er seine Erlebnisse aufgeschrieben. Und kommt zu dem Schluss: Unser kleines Land ist eine Reise wert!
"

Freitag, 11. November 2022

Weiler, Jan "Drachensaat"

Weiler, Jan "Drachensaat" [Dragon's Seed] - 2008

Nachdem mir die ersten Romane des Autoren außerordentlich gut gefallen hatten, konnte ich es nicht erwarten, das neueste Buch zu lesen. Vorweg, es ist nicht mit "Maria, ihm schmeckt’s nicht" usw. zu vergleichen.

Fünf Menschen, die nichts miteinander gemeinsam haben, treffen sich in einem "Sanatorium". Ein Architekt, eine Sachbearbeiterin, ein Busfahrer, ein Postbote und ein Rentner. Sie alle haben eine andere, seltsame Geschichte, die sie in Nervenheilanstalten landen ließen. Sie könnten verschiedener nicht sein, werden aber gemeinsam von einem Arzt in einem neuartigen Versuch behandelt, um wieder in die Gesellschaft eingegliedert zu werden. Der Versuch scheitert und nimmt ein anderes Ende als geplant.

Zwischendurch kommt Jan Weilers Humor gut durch, aber manche Strecken sind einfach zu seltsam, um noch komisch zu sein. Mir hat das Buch trotzdem recht gut gefallen. Wahrscheinlich wäre ich begeistert gewesen, wenn meine Erwartungshaltung anders gewesen wäre.

Ich würde das Buch also auf jeden Fall empfehlen.

Buchbeschreibung:

"Postbote. Busfahrer. Rentner. Sachbearbeiterin. Architekt. Fünf Menschen, in deren Leben irgendwann mal was richtig schiefgegangen ist. Fünf ganz normale Verrückte und ihr ehrgeiziger Arzt. Dem die Behandlung langsam aus dem Ruder läuft. Bis die fünf eines Tages ausbrechen und sich an der Gesellschaft rächen ... "

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Weiler, Jan "Mein Leben als Mensch"

Weiler, Jan "Mein Leben als Mensch" [My Life as a Human] - 2009

Auf dem Buchumschlag steht: Es gibt Neues von der Familie. Na ja, 2009 hat das ja noch gestimmt, aber da ich mittlerweile alle Pubertier-Bücher gelesen habe, sind die Kinder aus dem Alter raus, als Jan Weiler diese Kolumnen über sie, ihre Mutter, ihren Opa und die ganze Familie geschrieben hat.

Macht aber nichts, es war trotzdem absolut köstlich und höchst amüsant. Die Geschichte über den Kevinismus zum Beispiel, einfach hervorragend, sein ewiger Kampf mit den Verpflichtungen der Eltern an der Schule. Mir hat es immer Spaß gemacht, aber ich weiß, dass es nicht jedermann liegt, und diese Seite mal so zu sehen, war auch sehr informativ. Und die Geschichten über die Freunde seiner Kinder, insbesondere die Jungs, die dauernd das Familienleben verunsichern, habe ich auch noch gut in Erinnerung. Wiederum, wir hatten immer alle unseren Spaß dabei, aber das war vielleicht auch einer der Gründe, warum die Freunde meiner Kinder öfter zu uns kamen als umgekehrt.

So, oder so, ob man nun Kinder hat oder nicht, ob diese klein sind oder schon erwachsen, dies ist ein Buch für jedermann, der mal richtig lachen will. Wie alles von Jan Weiler.

Buchbeschreibung:

"Es gibt Neues von der Familie. Von Sara, der Ehefrau, und den Kindern Carla und Nick. Und natürlich von Antonio, dem italienischen Schwiegervater. Der zum Beispiel vor der Wä-Emme, der Fußball-Weltmeisterschaft, noch schnell 'eine Geräte mitte Flakebilde' kaufen muss. Und dabei seinen Schwiegersohn ebenso in den Wahnsinn treibt wie das gesamte Verkaufspersonal. Und wo es einmal nicht um die Familie geht, werden andere, mindestens ebenso brisante Themen erörtert: der grassierende Kevinismus unter Deutschlands Eltern etwa, das Wesen des schwedischen Krimis oder das Geheimnis erfolgreicher Kontaktanzeigen. Best of Jan Weiler: die 61 allerschönsten Kolumnen - jetzt erstmals in Buchform."

Dienstag, 20. September 2022

Weiler, Jan "Antonio im Wunderland"

Weiler, Jan "Antonio im Wunderland" [Antonio in Wonderland] - 2005

Band zwei der Geschichte von Jan Weilers "italienischer Sippe". Während er in "Maria, ihm schmeckt's nicht!" mehr davon erzählt, wie er von seiner italienischen Frau in ihre Verwandtschaft eingeführt wird, ist dies die Geschichte seines Schwiegervaters Antonio, der - wie so viele Südeuropäer damals - in den Sechzigern nach Deutschland kam.

Wie alle Geschichten Jan Weilers, ist auch diese köstlich und humorvoll, zugleich aber sehr informativ. Probleme, die ein Einwanderer in einem ihm völlig fremden Land hat, mit einer fremden Sprache, von der er auch nur einen kleinen Teil versteht.

Und da Antonio eigentlich nach Amerika auswandern wollte, macht er eine Reise dorthin. Auch die ist mit einigen Überraschungen versehen. Ist das "gelobte Land" wirklich so, wie er es erwartet hatte?

Wie gut, dass Antonio letztendlich in Deutschland gelandet ist, sonst hätten wir sicher viele der Geschichten von Jan Weiler verpasst, so wie diese hier.

Buchbeschreibung:

"Der sizilianische Gastarbeiter Antonio Marcipane hat alles erreicht: Er besitzt ein Reiheneckhaus, ein schönes Auto und vier Dutzend Krawatten. Seine Töchter haben deutsche Männer geheiratet, jetzt wartet eigentlich das entspannte Rentnerdasein auf ihn. Wenn da nicht noch ein unerfüllter Traum wäre: Amerika. Und sein Schwiegersohn muss mit."

Samstag, 20. August 2022

Weiler, Jan "Die Ältern"

Weiler, Jan "Die Ältern" [The Elders] (Pubertiere #4) - 2020

Wie schon die letzten Pubertier-Bücher fand ich auch diese Geschichte von Jan Weiler über seine Kinder und seine Familie höchst amüsant, wenn ich auch hie und da mit etwas Wehmut zu kämpfen hatte. Meine Kinder sind ja nun schon lange aus dem Haus und auch weit weg (im Gegensatz zu denen vieler Verwandter, Nachbarn und Freunden) und so kann ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge über Clara und Nicks Erlebnisse nachdenken.

Wie immer, frage ich mich natürlich, wieviel von den Geschichten wirklich in der Familie Weiler passiert sind und wieviel aus anderen Sippen dazu gepackt wurde.

So oder so, Jan Weiler hat mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich vermute, das war das letzte Buch zum Thema Pubertiere, aber er hat ja schon ein neues Buch geschrieben, "Der Markisenmann". Gerne würde ich es gleich lesen, aber das es wohl noch eine Weile dauert, bis es als Taschenbuch herausgegeben wird, muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden.

Buchbeschreibung:

"Jan Weilers neue, hinreißend amüsante Geschichten über Eltern, deren Nachwuchs flügge wird

Irgendwann ist es soweit: Wenn aus Pubertieren Erwachsene werden, ist es an Papa und Mama, sich zu verwandeln. Eben noch Gegner mutieren sie zu den milde belächelten, ahnungslosen: Ältern. Und natürlich sind sie darauf ganz schlecht vorbereitet, denn ist ja so: Man ist 49, fühlt sich wie 29 - wird aber behandelt, als sei man 79. Und sieht einer ungewissen Zukunft ohne Wäscheberge, Jungs-Deo und leeren Chipstüten entgegen. Beunruhigt fragt man sich vielleicht: Werden die in die Freiheit entlassenen Pubertiere noch einmal den Weg zurück in den heimischen Stall finden? Und was wird eigentlich, wenn sämtliche Lastschriftaufträge für die Kinder einmal erloschen sein werden? Ist man dann für immer allein?
"

Montag, 4. Juli 2022

Weiler, Jan "Kühn hat zu tun"


Weiler, Jan "Kühn hat zu tun" [Kühn is busy] (Martin Kühn #1) - 2015

Ich kannte von Jan Weiler bisher die Erzählungen über seine italienische Familie, vor allem seinem Schwiegervater (Maria, ihm schmeckt's nicht! und Antonio im Wunderland) sowie und seine skurrile Geschichte "Drachensaat". Haben mir alle sehr gut gefallen, der Autor hat einen hervorragenden Humor.

Als nächstes wollte ich mir eigentlich mal "Das Pubertier" antun, aber dann fand ich in einem Tauschregal dieses Buch über den Polizisten Martin Kühn. Die Erzählungen über seine Kinder Clara und Nick im Teenageralter (Nicks Sammelsurium, Das Pubertier, Im Reich der Pubertiere, Und ewig schläft das Pubertier) habe ich inzwischen natürlich auch gelesen, waren alle hervorragend. Als nächstes sind dann "Die Ältern" dran.

Interessante Geschichte, nicht so humorvoll wie seine anderen Bücher, aber trotzdem schon im Bereich Humor anzusiedeln. Ich bin nicht der größte Krimi-Fan, aber die Erzählart von Jan Weiler gefällt mir, daher werde ich sicher auch noch seine anderen Krimis lesen (Kühn hat Ärger, Kühn hat Hunger, weitere folgen hoffentlich).

Klappentext:

"Martin Kühn ist 44, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt auf der Weberhöhe, einer Neubausiedlung nahe München. Früher stand dort mal eine Munitionsfabrik. Aber was es damit auf sich hatte, weiß Kühn nicht so genau.

Es gibt ohnehin viel, was er nicht weiß: Zum Beispiel, warum von seinem Gehalt als Polizist nach allen Abzügen ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Wieso sich alle Frauen Pferde wünschen. Ob er sich ohne Scham ein Rendezvous mit seiner rothaarigen Nachbarin vorstellen darf. Warum er jeden Mörder zum Sprechen bewegen kann, aber sein eigener Sohn nicht mal zwei Sätze mit ihm wechselt. Welches Geheimnis er vor sich selber verbirgt. Und vor allem, warum sein Kopf immer so voll ist.

Da wird ein alter Mann erstochen aufgefunden. Das Opfer liegt gleich hinter Kühns Garten in der Böschung. Und Kühn hat plötzlich sehr viel zu tun.
"

Dienstag, 7. Juni 2022

Weiler, Jan "Maria, ihm schmeckt's nicht!"


Weiler, Jan "Maria, ihm schmeckt's nicht! Geschichten von meiner italienischen Sippe" [Maria, he doesn't like it!] - 2003


"Maria, ihm schmeckt's nicht!" war das erste Buch von Jan Weiler, das ich gelesen habe. Viele andere folgten und sie waren alle genauso gut. Ich bin ja kein Fan von seichter Literatur, aber so kann man die Bücher von Jan Weiler absolut nicht beschreiben.

In dieser Erzählung spricht er von seiner angeheirateten Verwandtschaft. Die kann schon schwierig genug sein, wenn sie nur aus dem Nachbarort stammt, aber eine im Ausland bringt immer wieder neue Geschichten zutage.

Aber das Buch ist nicht nur ein humorvolles. Wir lernen Antonio kennen, den Schwiegervater des Autoren, der in den 60ern von Sizilien nach Deutschland kam, von seinen Problemen, die er vorher und nachher hatte, von seinem Versuch, in seiner neuen Heimat sesshaft zu werden, was ihm gut gelungen ist. Man legt bestimmte Angewohnheiten nie so richtig ab, wenn man mit ihnen aufgewachsen ist, daher kommt es zum Teil zu skurrilen Ereignissen.

Wirklich ein tolles Buch und ich bin seitdem ein großer Jan-Weiler-Fan.

Buchbeschreibung:

"'Als ich meine Frau heiratete, konnte ihre süditalienische Familie leider nicht dabei sein. Zu weit, zu teuer, zu kalt. Schade, dachte ich und öffnete ihr Geschenk. Zum Vorschein kam ein monströser Schwan aus Porzellan mit einem großen Loch im Rücken, in das man Bonbons füllt. Menschen, die einem so etwas schenken, muss man einfach kennen lernen.'

Die herrlich komische Geschichte einer unglaublichen Verwandtschaft aus dem unbekannten italienischen Bundesland Molise, das laut seiner Bewohner 'am A… der Welt' liegt.
"

Inzwischen hat das Buch auch einen Untertitel: "Meine italienische Sippe #1"

Montag, 2. Mai 2022

Weiler, Jan "Nicks Sammelsurium"

Weiler, Jan "Nicks Sammelsurium" [Nick's Hodgepodge] (Pubertiere #0,5) - 2016

Von Jan Weilers Kindern haben wir ja schon in den "Pubertier"-Büchern gelesen. Jetzt kam noch ein vorpubertäres Buch dazu. Clara wird hier nur am Rande erwähnt, es geht um den Sohn bevor er zum "Pubertier" mutiert. Auch keine einfache Zeit. Eigentlich hat jede Kinderzeit seine Vor- und Nachteile. Ich habe es immer vorgezogen, wenn ich mit den Kindern reden konnte und auch eine Antwort bekam, oder zumindest bekommen konnte, soweit sie zum Reden aufgelegt waren. Das klappte bei einem etwas besser als beim anderen.

Das Gute an allen Jan Weiler-Büchern ist, dass man manches wiedererkennt und sich trösten kann, dass wohl nicht nur die eigenen Kinder so "komisch" sind.

So habe ich denn Pubertier #0.5 genauso geliebt wie die Nummern 1 (Das Pubertier), 2 (Im Reich der Pubertiere) und 3 (Und ewig schläft das Pubertier), und sicher wird auch #4 (Die Ältern) wieder hervorragend.

Buchbeschreibung:

"Die besten Geschichten über den vorpubertären Nick

Wie lebt ein Neunjähriger seine Vorliebe für moderne Wehrtechnik aus? Wie geht er im Internet einkaufen, was versteht er unter 'zeitgemäßen Kindergeburtstagen'? Und was macht sein Vater, wenn der Sohn abends nicht zur verabredeten Zeit nach Hause kommt?

All das erfährt man bei der Lektüre dieses Buches. Brillante Geschichten von den Abenteuern und Wortgefechten des präpubertären Nick - und ein charmanter Trost für geplagte Eltern und alle anderen sogenannten Autoritätspersonen.
"

Mittwoch, 6. April 2022

Weiler, Jan "Und ewig schläft das Pubertier"

Weiler, Jan "Und ewig schläft das Pubertier" [And the puberty animal sleeps forever] (Pubertiere #3) - 2017

Buch 3 in der Reihe über Pubertiere. Wer "Das Pubertier" und "Im Reich der Pubertiere" gelesen hat, sollte und will sicher auch dieses zur Hand nehmen. Und wer die Pubertiere Carla und Nick noch nicht kennt, sollte dieses dringend nachholen.

Ich hatte ja auch mal zwei Pubertiere, d.h. nicht gleichzeitig sondern hintereinander, denn meine Jungs haben einen Altersunterschied von fünf Jahren. Das ist in der Pubertierzeit schon sehr angenehm. Ich habe diese Jahre deshalb wohl auch nicht so hektisch empfunden wie der Autor. Oder meine Kinder waren besonders lieb. Oder … es ist ja schon eine ganze Weile her. Das ist das Schöne, man vergisst das Schlechte und merkt sich das Gute.

Trotzdem habe ich mich mal wieder köstlich über Jan Weilers Schreiben amüsiert. Ich kann es nicht erwarten, sein nächstes zu lesen, "Die Ältern".

Klappentext:

"Wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier. Und inzwischen hat sich Nick zu einem Parade-Exemplar entwickelt. Als männliches Pubertier besticht auch er durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik.

Er wächst wie Chinagras und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen.

Ansonsten allerdings ist die Kommunikation mit dem
Pubertier auf ein Mindestmaß reduziert, es spricht wenig, dafür müffelt und chillt es ausgiebig. Und die Liebe spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga eine immer größer werdende Rolle sowie auch die Wahl der richtigen Schuhmode.

Im
Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt. Gemutmaßt werden darf außerdem über die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört. Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: Eigentlich nie.

Chillen, relaxen, ausruhen: willkommen im Leben des
Pubertiers"

Mittwoch, 2. März 2022

Weiler, Jan "Im Reich der Pubertiere"

Weiler, Jan "Im Reich der Pubertiere" [In the realm of the puberty animal] (Pubertiere #2) - 2016

Wie schon sein Vorgänger, "Das Pubertier", ist das hier ein tolles Buch. Zum Teenager Carla, von der ja die erste Geschichte handelte, kommt noch ihr Bruder Nick hinzu.

Da kommt sicher so manchem Elternteil vieles bekannt vor. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Was mir aber (fast) noch besser gefallen hat, ist das Nachwort, in dem Jan Weiler ein paar Wörtchen für die Pubertiere einlegt. Er behauptet (und ich stimme mit ihm überein): "Die Pubertät ist ein ziemliches Arschloch." Ihm falle nicht viel Schönes zu seiner eigenen Jugend ein. Ich bin zwar damals nicht sitzengeblieben, aber auch hier kam mir einiges bekannt vor. Ich werde also weiterhin Jan Weilers Bücher lesen, da gibt es sicher noch einiges Wissenswertes.

Und allen Eltern von Pubertieren kann ich nur sagen, versucht, eure Kinder so gut wie möglich zu verstehen und ihnen durch diese schwere Zeit zu helfen. Eines Tages werdet ihr sie euch zurückwünschen.

Klappentext:

"Chaos, Pickel und Hormone - Wie der Wahnsinn in der Familie weitergeht.

Inzwischen hat es der
Pubertier-Forscher nicht mehr nur mit einem weiblichen, sondern auch mit einem männlichen Exemplar der Gattung zu tun. Zu einigen Erkenntnissen ist er bereits gekommen: Pubertiere bewohnen am liebsten schlecht belüftete Räume, in denen sich Müllberge türmen. Die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Vertretern dieser Art erscheinen signifikant: Während das weibliche Pubertier durch maßlosen Konsum, unverständliches Monologisieren und multiples Dauermeckern auffällt, verbringt das Pubertier-Männchen seine Lebenszeit im Wesentlichen mit drei lautlosen Tätigkeiten: Schweigen, Müffeln - und Zocken.

Das klingt alles schlimm, schlimm, schlimm. Doch ohne Pubertiere wäre das Leben arm und öde. Und das Haus zu still und zu leer.
"

Freitag, 4. Februar 2022

Weiler, Jan "Das Pubertier"

Weiler, Jan "Das Pubertier" [Teenosaurus Rex/Wordplay: The Puberty-Animal] - 2014

Ein tolles Buch. Ich habe ja schon einiges von Jan Weiler gelesen (Maria, ihm schmeckt's nicht, Antonio im Wunderland, Drachensaat, Kühn hat zu tun) und fand alle seine Bücher gut. Aber "Das Pubertier" hat alle noch übertroffen. Ich habe zwei Söhne, die sich ganz anders benommen haben in ihrer Teenagerzeit als Jan Weilers Tochter Carla (und ich wette, er hat auch arg übertrieben und alles aufgeschrieben, was ihm irgendwie von anderen Teenagern zu Ohren gekommen ist), aber manches kam mir doch bekannt vor and ich habe mich köstlich amüsiert. Ich muss nun unbedingt sehen, wie es mit seinem Sohn Nick aussieht. Den treffe ich vermutlich "Im Reich der Pubertiere". Ich freue mich schon.

Mittlerweile hat man das Buch auch schon verfilmt. "Teenosaurus Rex" ist hoffentlich genausogut wie das Buch.

Buchrücken:

"Sie waren süß. Sie waren niedlich. Jeden Milchzahn hat man als Meilenstein gefeiert. Doch irgendwann mutieren die Kinder in rasender Geschwindigkeit von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Mädchen und Jungen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren. Aus rosigen Kindergesichtern werden Pickelplantagen. Nasen, Beine und Hinterteile wachsen in beängstigendem Tempo. Stimmen klingen wie verstimmte Dudelsäcke, aber die Kommunikation scheint ohnehin phasenweise unmöglich, denn das Hirn ist wegen Umbaus vorübergehend geschlossen. Und doch ist da ein guter Kern. Irgendwo im Pubertier schlummert ein erwachsenes Wesen voller Güte und Vernunft. Man muss nur Geduld haben, bis es sich durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht gewühlt hat. Verdammt noch mal."